Stell dir vor: Dein Auto steht seit Wochen auf willhaben. Du bekommst kaum Anfragen, und wenn doch, dann nur Leute die nach dem ersten Bild direkt wieder verschwinden. Dabei ist das Fahrzeug technisch einwandfrei, der Preis fair und die Beschreibung ausführlich.
Das Problem? Die Fotos.
Über 90 Prozent aller Kaufentscheidungen im Internet fallen bereits beim ersten Bild. Wer schlechte Fotos sieht, scrollt einfach weiter. Egal wie gut das Auto wirklich ist. In diesem Guide zeige ich dir, wie du mit deinem Smartphone Fotos machst, die dein Auto so zeigen wie es verdient gesehen zu werden.
Österreichische Gebrauchtwagenmärkte wie willhaben, AutoScout24.at oder der Facebook Marketplace sind voll von Angeboten. Käufer verbringen im Schnitt nur wenige Sekunden auf einer Anzeige bevor sie entscheiden: weiterlesen oder weiterscrollen.
In diesem Moment zählt einzig und allein der visuelle Ersteindruck. Ein Foto das das Auto klar, sauber und detailreich zeigt, schafft sofort Vertrauen. Ein verschwommener Schnappschuss auf dem Supermarktparkplatz, halb im Schatten, tut das Gegenteil.
Kurz gesagt: Gute Fotos sind dein wichtigstes Verkaufswerkzeug.
Bevor du auch nur eine Taste drückst, solltest du wissen welche Aufnahmen Pflicht sind. Käufer wollen ein vollständiges Bild des Fahrzeugs, buchstäblich. Wer wichtige Details weglässt, weckt Misstrauen.
Profi-Tipp: Mach immer 30 bis 40 Aufnahmen und wähle danach die besten aus. Du kannst nicht zu viele schießen, aber du kannst definitiv zu wenige hochladen.
Bevor es zu den Tipps geht, schauen wir uns an was viele Verkäufer falsch machen. Diese Fehler kosten dich bares Geld.
Nachtaufnahmen mit Blitz machen das Auto flach und unattraktiv. Käufer können die Farbe nicht beurteilen, Details gehen unter.
Der Ultra-Weitwinkel-Modus lässt dein Auto verzerrt und unnatürlich wirken. Wie aus einem schlechten Cartoon.
Mülleimer, fremde Autos, Strommasten die aus dem Dach zu wachsen scheinen. Der Hintergrund sollte das Auto unterstützen, nicht mit ihm konkurrieren.
Dreh die Lenkung immer so, dass die Felge zur Kamera zeigt. Das sieht deutlich eleganter aus als ein schwarzer Gummireifen im Vordergrund.
Das ganze Auto muss ins Bild, mit etwas Luft an allen Seiten.
Ein gutes Foto fängt nicht beim Auslöser an. Es fängt mit einem sauberen Auto an.
Dein Hintergrund entscheidet ob das Auto zur Geltung kommt oder untergeht.
Licht ist der wichtigste Faktor in der Fotografie. Die beste Zeit ist die goldene Stunde – kurz nach Sonnenaufgang oder vor Sonnenuntergang. Das Licht ist dann warm, weich und wirft keine harten Schatten. Bedeckter Himmel funktioniert ebenfalls sehr gut.
Mittagssonne vermeiden: sie erzeugt harte Schatten und überhelle Glanzpunkte auf dem Lack.
Die Grundlagen sitzen? Dann hol noch mehr raus.
Polarisationsfilter verwenden. Ein CPL-Filter für dein Smartphone kostet wenig, macht aber einen großen Unterschied. Er reduziert Reflexionen auf Lack und Glas und lässt Farben satter wirken.
Portrait-Modus für Detailaufnahmen. Ideal für Close-ups von Felgen, Logos oder Innenraum-Details.
RAW-Format aktivieren. Falls dein Smartphone das unterstützt, nutze es. Du bekommst deutlich mehr Spielraum bei der Nachbearbeitung.
Reflexionen bewusst einsetzen. Ein polierter Lack der Wolken oder Landschaft spiegelt, sieht hochwertiger aus als mattes Blech.
Du musst kein Profi in Lightroom sein. Diese Anpassungen reichen völlig aus:
Das sieht nach Täuschung aus und erzeugt unschöne Artefakte. Natürlich ist besser.
Was ist mit dem Kennzeichen? Ein sichtbares Kennzeichen gibt seriösen Käufern die Möglichkeit die Fahrzeuggeschichte zu prüfen. Das schafft Vertrauen.
Das hängt von der Plattform ab. Hier ein Überblick für die gängigsten Portale in Österreich:
| Plattform | Empfohlene Anzahl |
|---|---|
| willhaben.at | 10 bis 20 Fotos |
| AutoScout24.at | 10 bis 20 Fotos |
| AutoUncle.at | 8 bis 15 Fotos |
| Facebook Marketplace | maximal 10 Fotos |
Lade so viele Fotos hoch wie die Plattform erlaubt, aber nur wenn sie gut sind. Qualität vor Quantität.
Absolut. Moderne Smartphones liefern für Gebrauchtwagen-Anzeigen völlig ausreichende Qualität, wenn du die Grundregeln befolgst.
Immer zeigen. Käufer die das Auto besichtigen und dann den Schaden entdecken, fühlen sich getäuscht. Das kostet dich entweder den Verkauf oder Geld beim Preishandel.
Morgens oder abends bei schönem Wetter, oder ganztags bei bedecktem Himmel. Mittagssonne lieber meiden.
Ja. Ein ruhiger, sauberer Hintergrund lässt das Auto zur Geltung kommen. Es muss kein Fotostudio sein, ein leerer Parkplatz reicht völlig.
willhaben.at ist die mit Abstand meistgenutzte Plattform in Österreich. Für maximale Reichweite empfiehlt es sich, gleichzeitig auch auf AutoScout24.at zu inserieren.
Du brauchst keine teure Ausrüstung und kein Fotostudium. Mit einem sauberen Auto, dem richtigen Licht, einem aufgeräumten Hintergrund und ein bisschen Sorgfalt beim Fotografieren machst du Bilder, die deine Anzeige auf willhaben oder AutoScout24 sofort von der Masse abheben.
Ein gutes Foto sagt mehr als tausend Worte. Und in diesem Fall oft mehr als tausend Euro beim Verkaufspreis.
Du weißt jetzt wie viel Aufwand hinter wirklich guten Fotos steckt. Genau dafür gibt es AutoGo.
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